Sein Motto: Billiges Geld für reiche Leute
Von Markus van Appeldorn in der Bild Zeitung vom 16.Mai 2003
Mittenwald - Wer mal ein Haus auf Kredit gebaut oder eine Wohnung gekauft hat, kennt das leidige Problem: Jahrelang zahlt man überwiegend die Zinsen ab, bevor es mit dem Schuldenabtrag mal so richtig los geht. Um die fünf Prozent Hypothekenzins sind die Norm.
Die meisten wissen nicht, dass es in Mittenwald Franz Raich und sein Unternehmen Baufinanz Bayern gibt. Raich verschafft seinen Kunden das, was Banken nur Spitzenkunden unter der Theke anbieten: Baukredite für sensationelle 1,9 Prozent Zinsen. 100.000 Euro etwa gibts für 280 Euro monatlicher Rückzahlung. Was für ein Traum. Kann so ein Versprechen seriös sein? das Geheimnis heißt: Fremdwährungs-Kredit. Raichs Kunden bekommen nicht Euro, sondern japanische Yen oder Schweizer Franken. Raich vermittelt seine Kunden an österreichische und deutsche Banken, die auf dem Geldmarkt Yen für ich Japan übliche 0,1 Prozent Zinsen leihen. Diese Banken schlagen 1,8 Prozent auf - ihr Verdienst. Natürlich haben Raichs Kredite einen kleinen Haken: sie sind nichts für arme Leute. Das Motto der Firma lautet:"Billiges Geld für reiche Leute". Einen Kredit bekommt , wer nachweisen kann, dass er sich auch einen teuren Kredit zu 11,5 Prozent leisten könnte. Mit einem Monatsnetto unter 2500 Euro macht man bei Raich keinen Stich. Das hängt mit dem Risiko zusammen, das Fremdwährungskredite bergen: der Wechselkurs. Steigt etwa der seit Jahren sehr stabile Yen im Verhältnis zum Euro, wird der Kredit plötzlich teurer. Aber die Kredite sind gegen Wechselkursschwankungen gesichert. Statt auf 100 Prozent der Summe, werden Raten auf 140 Prozent berechnet. Die Tilgungsraten werden bis zum Ende der Kreditlaufzeit in einer Rentenversicherung angespart. Ist der Yen gestiegen, schafft man so einen Puffer, ist er gleich geblieben oder gar gesunken, gibts am Ende der Laufzeit sogar noch einen Batzen Bares zurück.