Zur Finanzierung von Immobilien oder sonstiger Vorhaben sind verschiedene Darlehensformen geeignet. Sie sind mit unterschiedlichen Modalitäten zur Besicherung oder ihrem Tilgungsverlauf ausgestattet. Darlehen zur Immobilienfinanzierung werden im Grundbuch mit dem Gegenwert des Grundstückes oder Gebäudes abgesichert. Eine häufig gewählte Finanzierungsform für Immobilien ist das Annuitätendarlehen. Die Kredite für andere Beschaffungsvorhaben können als Ratenkredite oder als endfällige Darlehen gestaltet sein. Eine weitere Variante zur Finanzierung sind die Bausparverfahren mit Anspar- und Darlehensphase. Ein wenig bekanntes Finanzierungsinstrument für die Finanzierung von Immobilien ist das Fremdwährungsdarlehen.
Die Namensgebung der Darlehensform
Bei der Finanzierung einer Immobilie mit einem ausländischen Geldgeber kommt für die Berechnung der Kreditsumme, deren Tilgungen und den Zinsdienst die jeweilige Landeswährung zum Zuge. Da eine fremde Währung eingesetzt wird, lautet der Name dieser Finanzierungen auf Fremdwährungsdarlehen. Ob ein solcher Kredit als Ratenkredit, endfällige Hypothek oder Annuitätendarlehen gestaltet wird, spielt für die Bezeichnung als Fremdwährungsdarlehen zunächst keine Rolle. Der Begriff stützt sich auf den Einsatz der fremden Währung. Für die Finanzierung mit einer fremden Währung können sich für den Darlehensnehmer Vorteile ergeben, jedoch birgt ein Fremdwährungsdarlehen auch erhebliche Gefahren. Begründet liegen mögliche Vor- und Nachteile im Zinsniveau des Geberlandes und im jeweiligen Wechselkurs der Währungen untereinander.
Die Funktionsweise der Währungsumrechnung
Das Fremdwährungsdarlehen wird auf einem Konto in der jeweiligen Landeswährung geführt. Die Zinsen und die erforderliche Tilgung werden ebenfalls in der geltenden Landeswährung errechnet. Der Kreditnehmer hat für das Fremdwährungsdarlehen die Pflicht, die jeweiligen Forderungen auch in dieser Währung zu erbringen. Es muss also die Währung des Darlehensnehmers in die Währung des Darlehensgebers umgerechnet werden. Solange die Wechselkurse zwischen den beiden Staaten stabil sind, ist das Fremdwährungsdarlehen unauffällig. Bewegen sich die Wechselkurse, ergibt das Vor- oder Nachteile für den Darlehensnehmer. Wird seine eigene Währung wertvoller, muss er weniger Geld aufwenden, um die Währung des Darlehenskontos einzukaufen. Sinkt der Wert seiner eigenen Währung, muss er mehr eigenes Geld für den Schuldendienst aufbringen. Das Darlehen wird für ihn also teurer.
Vor- und Nachteile abwägen
Chancen und Risiken können von Bauherren nicht mit letzter Sicherheit abgewogen werden. Bei einer sorgfältigen Beobachtung und Analyse der wirtschaftlichen Entwicklungen zwischen den einzelnen Ländern können sich jedoch Tendenzen zeigen, die ein Fremdwährungsdarlehen zu einem guten Geschäft werden lassen können. Wichtig ist für die Bauherren, dass sie für die möglichen Währungsschwankungen in ihrem Budget einen gewissen Schwankungsbereich einkalkulieren. Aktuell werden viele Angebote über Banken der Schweiz und der Türkei offeriert. Darlehensnehmer sollten sich vor einem Vertragsabschluss fachkundig beraten lassen.



